Wanderungen im Lorbeerwald von Garajonay
Garajonay National Park · Contadero · Raso de la Bruma, La Gomera 40 Min. bis 7 Std. je nach Weg
Drei offizielle Wege durch den Lorbeerwald des UNESCO-Nationalparks Garajonay: vom 1,3 km langen Nebelrundweg am Raso de la Bruma über den 2,5 km langen Aufstieg zum höchsten Punkt La Gomeras (1.487 m) bis zur 11,6-km-Runde nach El Cedro.
Im Garajonay-Nationalpark wandert man durch das besterhaltene Beispiel des Lorbeerwaldes (Laurisilva) – eines feuchten Waldes, den Spaniens Nationalparkverwaltung als Relikt aus dem Tertiär beschreibt, das im Nebelgürtel der Kanaren überlebt hat. Der Park im Zentrum und Norden La Gomeras wurde 1981 Nationalpark und 1986 UNESCO-Welterbe und umfasst rund 40 km². Laut Spaniens Nationalparkverwaltung liegt hier mehr als die Hälfte des alten Lorbeerwaldes der Kanaren. Hier drei offizielle Wege sehr unterschiedlicher Länge.
Warum ist der Wald so feucht?
Die Passatwinde drücken feuchte Meeresluft gegen die Höhen La Gomeras, wo sie zu einer fast ständigen Wolkendecke kondensiert. Das offizielle Tourismusportal La Gomeras betont, dass dieser Nebel den Wald selbst im Sommer mit Wasser sättigt. Stämme und Äste sind mit herabhängenden Moosen, Flechten und Epiphyten bedeckt, der Boden mit Farnen, Heide und Efeu. In den tieferen Schluchten lassen ganzjährige Bäche die Viñátigos (Persea indica) ungewöhnlich groß werden.
Welchen Weg wählen?
| Weg | Länge | Zeit | Art |
|---|---|---|---|
| Raso de la Bruma – Risquillos de Corgo | 1,3 km | 40 Min. | Rundweg |
| Contadero – Alto de Garajonay (Parkroute 7) | 2,5 km | 1 Std. 30 Min. | Hin und zurück |
| Contadero – El Cedro – Contadero | 11,6 km | 6 Std. 55 Min. | Rundweg |
Die Angaben stammen von den offiziellen Wanderseiten La Gomeras und der Kanaren, die alle drei als mittelschwer einstufen.
Raso de la Bruma: die kurze Nebelrunde
Ein kurzer, leicht erreichbarer Rundweg durch einen der feuchtesten Lorbeerwaldabschnitte des Parks, ab dem Picknickplatz Raso de la Bruma. Der Pfad steigt sanft zu einer Lichtung mit Blick über bewaldete Täler. Die offizielle Beschreibung empfiehlt ihn an nebligen Tagen, wenn der Wald am stimmungsvollsten ist.
Alto de Garajonay: der Gipfel der Insel
Ab Contadero führt der Weg durch jungen Fayal-Brezal-Wald, der frühere Kiefernaufforstungen ersetzt und sich nach dem Waldbrand von 2012 regeneriert. Er endet auf dem Gipfelplateau in 1.487 m, dem höchsten Punkt La Gomeras, wo eine ausgegrabene archäologische Stätte zeigt, dass hier eines der wichtigsten Kultzentren der vorspanischen Bewohner lag. Bei klarer Sicht sieht man Teneriffa, La Palma und El Hierro. Zurück auf demselben Weg.
El Cedro: der große Abstieg durch den Wald
Die längste Variante führt von der Gipfelheide durch Hang-Lorbeerwald bis in den Schluchtwald mit Viñátigos und verlässt den Park Richtung Weiler El Cedro, unterhalb einer über 200 m hohen Felswand mit Wasserfall zum Tal von Hermigua. Einen ganzen Tag einplanen, Proviant und Wasser mitnehmen.
Was sollte man wissen?
- Wetter: Nebel zieht schnell auf, der Wald ist kühl und feucht; auch im Sommer Regenjacke mitnehmen.
- Wege: Nasse Wurzeln und Steine sind rutschig; Schuhe mit gutem Profil.
- Regeln: Die offiziellen Hinweise bitten, auf markierten Wegen zu bleiben, Müll mitzunehmen, keine Tiere zu füttern und Hunde anzuleinen. Notruf: 112.
- Besucherzentrum: Das Besucherzentrum Juego de Bolas zeigt eine Ausstellung über den Wald.
Zum Vergleich mit einem anderen Lorbeerwald: der Anaga-Landschaftspark auf Teneriffa. Mehr über La Gomera.
Gut zu wissen
- Regenjacke einpacken. Passatnebel hält den Wald auch im Sommer feucht und kühl.
- Schuhe mit gutem Profil. Nasse Wurzeln und Steine sind rutschig.
- Bei klarer Sicht auf den Garajonay. Vom 1.487 m hohen Gipfel sieht man Teneriffa, La Palma und El Hierro, wenn die Wolken aufreißen.
- Auf markierten Wegen bleiben. Abseits der Wege schadet man dem Wald und gefährdet sich; Hunde anleinen.
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